Chronik

Gründerjahre

Nach dem 1. Weltkrieg trat der Fußballsport in Deutschland seinen Siegeszug an, Am 16. Januar 1920 kam es in Mainburg beim Hofwirt zu einer ersten Aussprache mit dem Ergebnis, dass man einen Fußballclub gründen wolle.
Gewählt wurden Herrn Anton Kellerer als Vorstand, Herrn Heinrich Schwarz als Schriftführer und Herrn Josef Dillinger als Kassier.
Auch die Platzfrage wurde gelöst, denn der 1. Vorstand Kellerer stellte dafür eine Wiese an der Lindkirchener Straße zur Verfügung.

Die Gründungsversammlung

Zur Gründungsversammlung waren 42 Personen erschienen. Die Spielplatzfrage wurde auch damals sehr schnell aktuell. Ein Erwerb eines eigenen Platzes war wegen der Finanzierung unmöglich.
Das Urteil über das 1. Vereinsjahr fasste man in der Jahreshauptversammlung zusammen:
„Viele Hindernisse waren zu überwinden, doch Schritt für Schritt ging es vorwärts. Ein weites Arbeitsfeld war zu bestellen. Die gestreute Saat aber brachte reichlich Früchte“.
Männer wie Fröhlich, Sebastian Esterbauer, Max Knott, Georg Seidl und Josef Gschwendtner machten sich in dieser Zeit um den FC verdient.
Letzterer verhinderte im Jahr 1924 die Auflösung des Vereins. Gutsbesitzer Schöll „rettete“ den Verein, als er eine Wiese neben dem Viehmarktplatz als „Spielfeld“ zur Verfügung stellte. Vereinsinterne Probleme und die immer aktuelle Platzfrage führten zu einem Niedergang des FC. Deshalb sah sich im Januar 1925 Vorsitzender Spenger veranlasst, sein Amt niederzulegen.

1. Mannschaft von 1923
sitzend v. li. n. re. Max Knott, Willy Tietz, Seb. Bauer
knieend v. li. n. re. Hartl Huber, unbekannt, Anton Kirzinger
stehend v. li. n. re. unbekannt, Karl Englhard, unbekannt, Fritz Preuß unbekannt, Mathias Spenger
(aus der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen)

Es ging wieder aufwärts

Im Jahr 1926 ging es mit dem FC MAINBURG wieder aufwärts. Der Verdienst dafür wurde Vorstand Josef Gschwendtner sen. und Schriftführer Alois Fellner zugeschrieben, da sie vor allem die leidige Platzfrage lösten. Der Marktgemeinderat überließ auf Ersuchen des FC und des TV die Wiese neben dem Turnplatz, wo heute die Turnhalle des TSV Mainburg steht.
Nachfolger des zum Ehrenvorsitzenden ernannten Josef Gschendtner wurde Josef Piechl, der spätere Landtagsabgeordnete und Landrat von Mainburg. Neben einer 1. Mannschaft bekam der FC auch eine 2. Mannschaft sowie eine Jugend- und eine Schülermannschaft. Ein Zeichen des Aufstiegs im Verein war auch eine Altherren-Mannschaft, die 1929 gegründet wurde.
Nachdem Josef Piechl wegen Arbeitsüberlastung sein Amt niedergelegt hatte, sein Nachfolger, Ludwig Steinberger, 1931 verstarb, wurde 1932 der Metzgermeister Anton Mirlach zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mit seiner Wahl begann ein neuer Aufstieg des FC Mainburg.
Am 25. März 1938 übernahm Apotheker Thomas Bachmeier die Führung des Vereins.
In diesem Jahr verlor der FC auch einen seiner größten Förderer und Mitarbeiter, den Brauereibesitzer und Bürgermeister Georg Seidl.
Er stellte auch das Gelände für das Stadion am Bad – eigentlich Georg-Seidl-Stadion – zur Verfügung. Vor dem 2. Weltkrieg wurde dies in Gemeinschaftsarbeit fertiggestellt.
Daran war der FC Mainburg stark beteiligt.

1. Mannschaft 1929
stehend v.l.n.r.: A. Limmer, W. Tietz, Hans Reitmeier, Jakob Meier, Franz Niederreiter, F. Pitroff, Franz Strobl, Max Brücklmeier
liegend v.l.n.r.: Michael Reitmeier, Fredl Ernst, Max Riedherr

1. Mannschaft 1930
stehend v.r.n.l.: Vorstand Mirlach, Martin Ettinger, Seb. Kolmeder, Max Riedherr, Fritz Pitroff, Georg Huber, Toni Limmer, Hans Brücklmeier, Hans Reitmeier
knieend v. l. n.r.: Fritz Riederer, Fredl Ernst, M. Reitmeier

Nach dem Krieg

Die erste Aufzeichnung über die Neugründung des FC MAINBURG trägt das Datum vom 27. November 1946. Die Gründungsversammlung fand in der Wohnung des Braumeisters Franz Niederreiter statt.
Bis zum Jahr 1955 wechselten die Vorsitzenden sehr schnell.
Von 1955 bis 1968 wurde der FC MAINBURG immer wieder durch das Wirken von Helmut Ferlings als 1. Vorsitzenden und Walter Franken als langjähriger Spielleiter geprägt. Neben einem sportlichen Höhenflug, wurde auch der Bau eines Vereinsheimes am Hans-Seidl-Stadion in Erwägung gezogen. Leider wurde dieses Vorhaben nach dem plötzlichen Tod von Helmuth Ferlings ad acta gelegt, obwohl bereits symbolisch Bausteine verkauft waren.
Mit Helmut Feigl übernahm ein aktiver Spieler den Vereinsvorsitz bis er 1974 von Johann-Georg Kirzimger abgelöst wurde. In dieser Zeit „gehörte“ der FCM dem langjährigen Spielleiter Konrad „Schurke“ Pöppel sen. Er war die Seele des Vereins.

Sportplatzbau

Erste Versuche zu Trainingsplätzen zu kommen wurden in den 80-iger Jahren vom langjährigen Vorstand Joh.Gg. Kirzinger unternommen. Es kristallisierte sich heraus, dass an der Ebrantshauser Straße ein geeignetes Gelände erworben werden könnte, nachdem alle anderen Versuche umsonst waren. So wurde von Seiten des FC MAINBURG unter Vorstand Stefan Stanglmeier am 3.12.85 in seinem Antrag an die Stadt Mainburg zugesagt, die Erstellung eines Trainingsplatzes zu übernehmen.
Durch die Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Sebastian Kirzinger konnten die Grundstücksverhandlungen weitgehend erfolgreich abgeschlossen werden. Nach dem Rücktritt von Stefan Stanglmeier im Oktober 1985 lag es nun am neuen Vorstand, Sepp Schlemmer, mit seiner Mannschaft einen lang gehegten Wunsch des FC MAINBURG zu erfüllen.
So konnte Vorstand Sepp Schlemmer am 28.11.87 bei der Stadt Mainburg einen Antrag des FCM vorlegen, den FC MAINBURG beim Bau eines vereinseigenen Sportplatzes zu unterstützen.
Nach den überstandenen Geburtswehen konnte man sich auf Seiten des FC MAINBURG über mangelnde Hilfe nicht mehr beklagen. Bereits am 15.12.87 sicherten die Mainburger Stadtväter dem FCM die Unterstützung zu. Es war vor allem ein Verdienst des damaligen 1. Bürgermeisters Sebastian Kirzinger, dass dies möglich wurde. Der Spatenstich erfolgte am 10.06.1988.
Der FCM behielt sich vor, den Ballfangzaun, die Trainingsbeleuchtung, die Wasser- und Stromversorgung in Eigenleistung zu erstellen.
Im Herbst 1988 wurden die Rasenspielfelder angesät. Am 29. September 1989 war es dann so weit. Unter Anwesenheit zahlreicher politischer Prominenz wurden die Rasenspielfelder eingeweiht. Die Gesamtkosten, die der FC MAINBURG für sein Rasenspielfeld übernehmen musste, beliefen sich auf eine halbe Million DM. Zuschüsse und Darlehen von der Kommune und vom BLSV, eine Eigenleistung von 160000 DM und ca. 2000 geleistete Arbeitsstunden machten dies möglich.

Am 10.06.88 erfolgte um 14.30 Uhr der 1. Spatenstich
v.li. 1. Bgm Seb. Kirzinger, Dipl.-Ing. Doll, H. Gürster, 1. Vorstand Sepp Schlemmer, Herr Glasow, Herr Heller

Vereinsheimbau

Am 30.10.89 hat der BLSV die Zusage für die Baumaßnahme II des FC Mainburg unter Vorstand Sepp Schlemmer gegeben, am 04.04.92 wurde das Vereinsheim eingeweiht. In nur eineinhalbjähriger Bauzeit haben sich die FC`ler einen weiteren Traum erfüllt, ihr Vereinsheim.
Der Spatenstich erfolgte am 15.09.1990. Es wurden über 10000 Arbeitsstunden geleistet. Nur so war es möglich, einen Bau mit einem Kostenvolumen von 700000 DM zu realisieren.

Archtekt F. Raab, 1. Vorstand Sepp Schlemmer 1. Bgm. Egger, Helmut Gürster, Markus Stanglmair beim Spatenstich

Bau eines Anbaus und eines Kleinfeldplatzes

Nach 13-jähriger Amtszeit als 1. Vorstand trat Sepp Schlemmer im Jahr 1999 zurück und wurde für seine Verdienste um den FC MAINBURG zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Unter der Ägide Fritsch/Naumann wurde am Ort der im Jahr 2005 abgebrannten Halle ein zweckvoller Anbau an das Vereinsheim erstellt. Dies erfolgte unter der Regie von Rudi Schwertl ebenfalls in Eigenleistung. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach war die Grundlage, damit im Jahre 2009 mit dem Bau eines langersehnten Kleinfeldplatzes begonnen werden konnte. Von nun an hieß es für viele, jedoch vor allem für „die Macher“ Stefan Bolling und Christoph Schlemmer, jeden Samstag Arbeitsdienste zu organisieren,, um den Platz auch rechtzeitig für die 90-Jahr Feier fertig zu bekommen.
Der langjährige 2. Vorstand Udo Naumann löste im Jahr 2010 Alfons Fritsch als 1. Vorstand ab. Die Geschicke des FC MAINBURG werden im Jahr 2014 vom 1. Vorstand Dieter Finke, 2. Vorstand Stefan Amberger, 3. Vorstand Stefan Bolling, Schriftführer Michael Zenk und Kassier Martin Aigner geführt.

Seniorenspielbetrieb

Der Chronist vermeldet, dass 1947 ein Spiel gegen die 1. Mannschaft des FC Bayern München stattfand, das 1:4 verloren wurde. Bei Bayern spielten damals sieben Nationalspieler. Auf Mainburger Seite: Wernthaler Lorenz, Spenger Max, Schott Karl, Niedermeier Max und Ernst Alfred.
Der FC MAINBURG gehörte bis zum Jahr 1952 der Kreisliga an. In den folgenden Jahren zählte der FCM zu den führenden Mannschaften der A-Klasse (heutige Kreisliga).
Mit der Meisterschaft im Jahr 1967 kehrte man nach 13 Jahren Abwesenheit in die Bezirksliga zurück. Höhen und Tiefen wechselten sich aber ab.
Nach der Saison 1977/78 verabschiedete man sich in der A-Klasse vom Bezirk Oberbayern und wechselte nach Niederbayern. Gelang im Jahr 1985 unter Trainer Josef Schwertl sogar der Aufstieg in die Bezirksliga, stieg man in der Saison 1989/90 sogar in die C-Klasse ab. Man benötigte fünf Jahre bis man 1996 mit Spielertrainer Werner Weihard wieder in die A-Klasse aufstieg.
In der Saison 2005/2006 spielte der FC MAINBURG erstmals nach 20 Jahren wieder in der Bezirksliga. Nach dem Abstieg im Jahre 2008 findet man sich im Jahr 2014 mit einer vielversprechenden jungen Mannschaft in der Kreisliga wieder. Michael Reitmeier hat sich mit über 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit große Verdienste um den Fußball im FCM erworben.. Er ist der Vater der sportlichen Erfolge!

Juniorenspielbetrieb

Jugendarbeit steht beim FC MAINBURG an erster Stelle. Bereits im Jahre 1927 beteiligten sich eine Jugend- und eine Schülermannschaft am Spielbetrieb, im Jahre 2014 sind über 200 Jugendliche in 12 Juniorenmannschaften aktiv!
Unter Trainer M. Aigner wurden die C-Junioren 2006/2007 Kreisligameister.
In der Ära F. Franz und P. Schoob wurden die D-Junioren u.a. Niederbayerischer Meister und man behauptete sich über Jahre mit der C-, B- und A- Jugend in der Bezirksoberliga Niederbayern.
Auch einige Jahre vorher spielten die Schüler- und Jugendmannschaften hervorragend. So gelang im Jahr 1975 unter Trainer S. Schwertl der Aufstieg der 1. Schülermannschaft in die Bezirksliga Oberbayern. In der Saison 1964/1965 errang die 1. Jugendmannschaft unter Trainer „Ala“ Ring die Meisterschaft.

Geselliges und Veranstaltungen

Neben den sportlichen Aktivitäten hatte und hat beim FC MAINBURG seit jeher auch das Gesellige und das Gesellschaftliche einen hohen Stellenwert. Erwähnt werden müssen hier die „Chrysanthemenbälle“ in den 60 iger Jahren.
Der Verein beteiligt sich am Faschingstreiben und am Christkindlmarkt am Marktplatz.
Die „IGLU-Night“ wurde abgelöst durch den „Mainburger Stadtstrand“, der in diesem Jahr zum vierten Mal durchgeführt wurde.

Der FCM

Der Fußballclub Mainburg 1920 e.V. hat ca. 450 Mitglieder, wovon über 200 Jugendliche in 12 Mannschaften aktiv am Spielbetrieb teilnehmen. Komplettiert wird dies durch zwei Senioren- und eine AH-Mannschaft.
„Fußball ist die schönste Nebensache in der Welt, deshalb spiele Fußball beim FC MAINBURG“